Marisa Sandhoff (Deutschland)
| Hallo! Mein Name ist Marisa Sandhoff. Ich bin 26 Jahre alt und studiere Physik an der Bergischen Universität Wuppertal. Dort habe ich nach meinem Diplom eine Promotion begonnen. | |
Für Physik und Naturwissenschaften im Allgemeinen habe ich mich eigentlich schon immer interessiert. Am spannensten fand ich die Astrophysik. Schon im Kindergarten habe ich als Berufswunsch immer "Weltraumforscherin" genannt. Später habe ich viele Bücher und Zeitschriften über den Urknall, die Entwicklung des Kosmos und das Leben und Sterben von Sternen gelesen. Auch der Physikunterricht in der Oberstufe hat mir viel Spaß gemacht. Während in der Unter- und Mittelstufe eher die relativ unspektakulären Grundlagen der Physik behandelt werden, kommt man in der Oberstufe schon zu den interessanteren Gebieten. Beeindruckend fand ich zum Beispiel, dass es möglich ist, die winzig kleine Masse des Elektrons auf dem Lehrerpult "mal eben so" zu messen.
Allerdings habe ich nach dem Abitur zunächst etwas gezögert, tatsächlich Physik zu studieren. Am Interesse lag es nicht, aber ich hatte etwas Bedenken im Hinblick auf die Berufsaussichten nach dem Diplom. Mir war nicht klar, als was und wo man als Physikerin arbeiten kann - außer als Physiklehrerin. Doch ich nutzte die Gelegenheiten bei Veranstaltungen in der Schule und an Universitäten, mich über das Berufsbild des Physikers zu informieren. Danach hatte ich dann keine Zweifel mehr, dass Physik genau das Richtige für mich ist.
Während des Studiums lernt man in den verschiedenen Vorlesungen viele interessante Teilgebiete der Physik kennen und in den studiumsbegleitenden Praktika führt man selbst berühmte Experimente durch. Für die Diplomarbeit (und jetzt auch Promotion) entschied ich mich für die experimentelle Elementarteilchenphysik. Hier befasst man sich mit den Grundbausteinen der Materie, versucht herauszufinden, "was die Welt im Innersten zusammenhält". Hierzu werden riesige Teilchenbescheuniger und Detektoren benötigt.
Die Wuppertaler Uni ist am ATLAS-Experiment des Teilchenbeschleunigers LHC am CERN (Genf, Schweiz) beteiligt. Für eine einzelne Uni ist es nicht möglich, ein solch großes Forschungsprojekt im Alleingang zu finanzieren. Deshalb werden große Kollaborationen mit anderen Unis auf der ganzen Welt gebildet. Das gefällt mir sehr gut, denn so lernt man viele andere Physiker verschiedenster Nationen kennen und ist sozusagen gezwungen, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Auch gehören viele Reisen - ans CERN, auf Workshops und zu Konferenzen weltweit - zum Arbeitsalltag dazu. Sehr schön finde ich auch, dass man in diesem Bereich der Physik bereits als Diplomand/in an der Spitze der aktuellen Forschung mitarbeitet.
Wie jedes andere Studium ist ein Physikstudium und eine Promotion natürlich mit viel Arbeit verbunden. Aber es bleibt genau wie bei anderen Studiengängen genügend Zeit für andere Interessen.




