Stefanie Redemann (Deutschland)
| Hallo! Mein Name ist Stefanie. Momentan arbeite ich an meiner Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden. |
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Das Thema meiner Doktorarbeit ist die erste Zellteilung eines Wurmembryos. Dieser Wurm ist etwas 1mm groß, und in der Natur findet man ihn im Boden. Ich habe mich dazu entschieden, mit diesen Würmern zu arbeiten, weil es in kleineren Lebewesen viel einfacher ist, komplexe Vorgänge wie zum Beispiel die Zellteilung zu verstehen. Ich hoffe, dass ich eines Tages verstehen werde, wie die Zelle weiß, wann und wie sie sich zu teilen hat, denn diese erste Zellteilung ist asymmetrisch, d.h. man hat danach zwei verschieden große Zellen. Diese Asymmetrie entscheidet bereits, was einmal aus den Zellen werden kann, Zelle der Keimbahn oder Körperzellen. Die Zellteilung kann ich mit Hilfe eines Mikroskopes und verschiedener molekularbiologischer Techniken untersuchen. Dafür kann ich zum Beispiel bestimmte Proteine mit fluoreszierenden Farbstoffen markieren und somit feststellen, wo genau sie sich in einer Zelle befinden. Außerdem kann ich verschiedene Gene ausschalten und den Effekt auf die Zelle beobachten. Dadurch kann ich herausfinden, welche Gene und Proteine wichtig für die Zellteilung sind.
Manchmal wundere ich mich, dass ich heute Wissenschaftlerin bin. In der Schule war ich nie besonders gut in Fächern wie Physik oder Chemie, die für Biologie sehr wichtig sind. Aber unser Biologieunterricht war immer sehr interessant, und irgendwie hatte ich immer so eine bestimmte Neugier in mir. Ich war fasziniert davon, wie genau Organismen reguliert werden. Gene werden translatiert, Proteine hergestellt, Zellen teilen sich, und wir werden dafür eigentlich gar nicht "benötigt". Alles läuft von ganz alleine ab. Außerdem wollte ich wissen, was die Wissenschaft wirklich kann, was real ist und was nur Fiktion.
Nach der Schule habe ich zunächst in der Industrie eine Ausbildung zur Biologielaborantin gemacht und mich danach zu einem Biologiestudium entschlossen. Nach meiner Diplomarbeit in Heidelberg bin ich dann nach Dresden gegangen. Vor zwei Jahren habe ich mit meiner Doktorabeit begonnen. Ich bin glücklich mit meiner Arbeit und meinem Labor. Mein Labor ist im Vergleich zu anderen recht groß. Wir sind etwa 20 Leute, und es ist sehr international. Auch wenn sich das Institut in Deutschland befindet, reden wir alle englisch miteinander. Die Hälfte der Leute, die im Institut arbeiten, kommen aus anderen Ländern, China, USA, Indien, Italien, Polen, Australien oder Chile, nur um einige zu nennen. Wissenschaftler arbeiten oft viel, aber ich denke, es ist mehr ein Hobby oder eine Leidenschaft. Man versucht, ein Problem zu lösen, man ist neugierig, und man möchte eine Antwort finden. Dafür muss man dann eben arbeiten.
Trotzdem habe ich noch genug Zeit für andere Dinge. Unser Institut selber bietet viele Aktivitäten an und auch für Hobbies wie Tango tanzen, Klettern, Reisen und Freunde treffen habe ich noch genug Zeit. Für mich ist Wissenschaftler ein toller Beruf. Es wird nie langweilig, denn es gibt unzählige Fragen zu beantworten, Dinge zu entdecken. Stell dir nur mal vor, die erste zu sein, die etwas Neues entdeckt oder versteht...




