Marlene Rau (Deutschland)
| Hallo! Ich heiße Marlene. Ich habe Biologie in Marburg studiert und ... meinen Doktor gemacht. Ich bin 29, komme aus Marburg und arbeite als Biologin am EMBL in Heidelberg. Dort bin ich Postdoc, d.h. ich habe meine Doktorprüfung schon gemacht und arbeite jetzt seit eineinhalb Jahren weiterhin an Projekten im Labor. |
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Ursprünglich habe ich mit dem Biostudium angefangen, weil ich es faszinierend und spannend fand, wie clever viele Dinge in der Natur aufgebaut und gelöst sind – und ich besser verstehen wollte, wie das funktioniert. Derzeit beschäftige ich mich mit dem Thema Augenentwicklung. Ich arbeite mit Zebrafischen, die sehr ähnliche Augen haben wie wir, und versuche, mehr über die Bildung dieses wichtigen und komplexen Organs herauszufinden. Außerdem beschäftige ich mich mit Erbkrankheiten am Auge. Viele werden Menschen blind oder sehbehindert geboren. Eines meiner Ziele ist, krankhafte Veränderungen bei der Augenentwicklung verstehen zu lernen, damit diese Erkenntnisse in Zukunft bei Heilungsprozessen am Auge genutzt werden können.
Marlene Rau |
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Aber das Leben besteht schließlich nicht nur aus Arbeit! Es gibt am Institut eine ganze Reihe von Clubs, z.B. fürs Klettern, Tauchen, Wasserskifahren oder für Musik. Dort verbringe ich einen Teil meiner Freizeit, aber natürlich gehe ich auch mit Freunden aus, feiere – und bin Sängerin in einer Band und tanze argentinischen Tango und Salsa. Im Winter fahren wir alle gemeinsam in die Schweiz zum Skifahren.
Noch etwas ist großartig an meiner Arbeit in einem internationalen Institut, nämlich dass man Freunde aus der ganzen Welt findet. Z.B. hatte ich die Gelegenheit, Kollegen in Taiwan zu besuchen – dort wäre ich sonst sicher nie hingekommen. Ich reise sehr gern, und in der Wissenschaft ist das etwas, was ohnehin dazu gehört – sei es um sich auf Tagungen zum Austausch zu treffen oder in der Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus anderen Laboren oder einfach, weil man für einen Teil der Ausbildung oder Karriere ins Ausland geht. Ich war z.B. für ein Semester während meines Studiums in Australien.
Nebenher arbeite ich als freie Wissenschaftsjournalistin, weil ich meine Begeisterung für das, was in der Natur spannend ist, gern anderen mitteilen möchte. Auch ist es wichtig, der Öffentlichkeit zu erzählen, was Wissenschaftler eigentlich machen und warum, und was daran wichtig ist. Besonders, da die Vorstellung von Wissenschaft bei vielen Menschen nicht dem wirklichen wissenschaftlichen Alltag entspricht.
Als Wissenschaftler darf man sehr neugierig sein – und es ist ein Beruf, in dem man viele Freiheiten hat, die es in anderen Berufen nicht gibt. Und auch wenn man manchmal viel Geduld braucht, bis ein Versuch ein gutes Ergebnis liefert – am Ende ist es sehr befriedigend, ein kleines Stück mehr im Puzzle verstanden zu haben, und das macht wirklich Spaß!





