Tatjana Lenz (Deutschland)
| Hallo! Ich heiße Tatjana. Ich habe in Wuppertal Physik studiert mit Abschluss Diplom-Physikerin, und zur Zeit promoviere ich in Wuppertal in experimenteller Teilchenphysik. |
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Ich habe mich schon als Kind für Naturwissenschaften interessiert. Angefangen hat es, als meine Mutter mich mit drei Jahren mit in die Schule genommen hat. Sie war Chemie- und Biologielehrerin. Ich war fasziniert von den Sachen, die im Schullabor standen: ein Menschenskelett, die vielen Gläschen mit mir unbekannten Sachen und Kristallmodelle. Das NaCl-Modell blieb mir sehr lange in Erinnerung, weil ich es aus dem Alltag kannte.
Mein Vater, der auch Chemie studiert hat und dann in der Mineralogie tätig war, hat mich auch in sein Institut mitgenommen. Ich kann mich sehr gut an die langen Flure mit sehr vielen Türen erinnern und hinter den Türen waren viele aufregende Sachen. Ich durfte mit einem Mikroskop experimentieren und alle möglichen Sachen wie Kristalle, Fliegen, Papier, eben alles was ich im Labor gefunden habe und nicht gefährlich für ein kleines Kind war, mir anschauen. Ich durfte auch diese Sachen mit einer hochempfindlichen elektronischen Waage abwiegen, und dabei mußte ich eine Pinzette benutzen, um die Sachen auf die Waagschalen zu legen.
Mein Vater war ein leidenschaftlicher Knobelaufgaben-Sammler, er hatte immer tausende auf Lager, und in jeder freier Minute hat er mir irgendwelche Denk- und Rechenaufgaben gestellt. Manchmal hat es auch ganz schön genervt.
Erst in der Schule bin ich mit Physik in Berührung gekommen. An der Physik hat mir immer die Vielfältigkeit gefallen. Auch wenn ich von der anfänglichen Faszination für Chemie in der Kindheit abgekommen bin und mich in der Schule eher für Mathematik begeistern konnte, habe ich Physik studiert. In der Physik findet man den Anschluss an alle Naturwissenschaften.
Als ich angefangen habe zu studieren, wußte ich nicht ,welcher Themenbereich für mich in Frage kommen würde. Erst nach dem Vordiplom habe ich mich für Teilchenphysik entschieden, nachdem ich ein paar Vorlesungen zu diesem Thema gehört und ein Sommerferienpraktikum bei uns in der Teilchenphysikgruppe gemacht hatte. Unsere Fachgruppe ermöglichte mir einen vierwöchigen Aufenthalt am CERN, dem größten Teichenbeschleunigerzentrum. Ich bekam einen guten Einblick in die Arbeit von Teilchenphysikern und in unsere Fachgruppe. Deswegen habe ich ein Jahr später in der Gruppe mit der Diplomarbeit angefangen.
Mittlerweile bin ich seit zwei Jahren in der Teilchenphysik, und es macht mir immer noch viel Spaß. Ich reise viel und lerne Kollegen aus der ganzen Welt kennen. Die Teilchenbeschleuniger-experimente werden von mehreren Staaten aufgebaut, weil solche Großprojekte nicht von einem Land alleine aufgebaut und betrieben werden können.
Ich entwickle Software, die es ermöglicht, die im Experiment aufgenommen Daten auszuwerten. Ich arbeite an einem Teilprojekt in einer kleinen Gruppe. Wir treffen uns regelmäßig am CERN, um den Fortschritt und neue Ideen zu diskutieren.
Bei der ganzen Arbeit bleibt die Freizeit natürlich nicht auf der Stecke. Ich bin sehr gerne an der frischen Luft, jogge, fahre Inliner oder gehe mit Freunden am Wochenende tauchen. Oder auch mit meiner Schwester shoppen. Im Winter fahre ich gerne Ski oder wir fliegen weiter weg, um in wärmeren Gewässern zu tauchen und die farbenfrohe Wasserwelt zu genießen.




