Kathrin Goldammer (Deutschland)

Kathrin Goldammer
Hallo, ich heiße Kathrin Goldammer und bin kurz davor, meine Doktorarbeit in Physik abzugeben. Ich arbeite bei einem Teilchenbeschleuniger in Berlin.

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Berlin ist für mich eine der aufregendsten Städte der Welt. In meinem Beruf komme ich eigentlich viel herum und war in den letzten Jahren an einer Menge anderer interessanter Orte: San Francisco, Tokio, in halb Europa, aber irgendwie finde ich es in Berlin immer noch am besten. Wahrscheinlich liegt das daran, dass Berlin so viel Kultur und Musikszene zu bieten hat, und weil ich einfach mittendrin wohne: in Berlin Kreuzberg eben.

Glücklicherweise gibt es hier aber auch noch diverse Universitäten und Hochschulen und eine Synchrotronstrahlungsquelle namens BESSY II. Da arbeite ich. Bei BESSY II handelt sich um einen runden Teilchenbeschleuniger für Elektronen. Die Elektronen werden auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und senden eine spezielle Strahlung aus: Synchrotronstrahlung. Mit der kann man z.B. die Eigenschaften von Materie untersuchen, chemische Reaktionen zeitaufgelöst ablichten oder Schaltungen und Bauteile für Nanotechnologie fertigen.

Mein Team bei BESSY konzipiert gerade einen neuen Beschleuniger. Es handelt sich um einen Freie Elektronen Laser, eine neuartige Lichtquelle, die wir hoffentlich nächstes Jahr bauen können. Mein Job macht mir großen Spaß, denn die Welt der Beschleunigerphysik ist wirklich faszinierend. Man muß sich vorstellen, dass bei uns alles entweder unheimlich groß ist oder unheimlich klein. Zum Vergleich: der BESSY-Ring ist 240 m lang, und am CERN in Genf wird sogar gerade ein 27 km langer Beschleuniger gebaut! Auf der anderen Seite sind die Lichtpulse, die wir erzeugen wollen, nur 30 Femtosekunden kurz, und das ist ein Billiardenstel einer Sekunde! Dazwischen sind dann wir, die Physiker, Ingenieure, andere Wissenschaftler und Techniker, und forschen und entwickeln. Am wichtigsten bei unserer Arbeit ist jedoch, dass wir international vernetzt sind. Das ist sowieso das beste an meiner Tätigkeit: ich fahre um die ganze Welt zu Konferenzen und anderen Instituten und lerne Menschen von überall her kennen.

Studiert habe ich eigentlich Elektrotechnik. In meiner Diplomarbeit ging es dann schon um ein Thema aus der Beschleunigerphysik, und jetzt stehe ich kurz vor der Abgabe meiner Doktorarbeit in Physik. Es ist also gerade ziemlich stressig, aber das versuche ich dann in meiner Freizeit auszugleichen. Da mache ich gar nicht so viel Besonderes: ich treffe mich nach der Arbeit mit Freunden oder gehe im Park Frisbee spielen. Außerdem bin ich viel auf Konzerten und schaue am Wochenende in die Clubs in meinem Kiez. Vor kurzem haben wir eine Band gegründet, und so schlage mir nun die Nächte an einem Midi Keyboard um die Ohren. Die Songs spiele ich am Computer ein. Sie sind zwar im Moment noch ziemlich einfach, aber ich glaube, wir sind enorm im Kommen!

Schule:
Geschwister-Scholl-Gymnasium Pulheim, Deutschland

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