Jenny Boek (Deutschland)
| Hallo! Mein Name ist Jenny, ich bin 24 Jahre alt und komme aus Wuppertal in Deutschland. An der Bergischen Universität Wuppertal habe ich gerade meine Doktorarbeit in Physik begonnen. Auf diesem Foto seht ihr mich mitten in meiner Arbeit! |
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Schon in der Schulzeit habe ich mich sehr für den Sternenhimmel und für die Raumfahrt interessiert. Deshalb habe ich ein Praktikum an dem Planetarium "Stellarium Erkrath" gemacht. Dort hat es mir so sehr gefallen, dass ich nach der Schule direkt angefangen habe, Physik zu studieren. An der Uni habe ich dann gelernt, dass es neben der Astronomie auch noch viele andere interessante Bereiche der Physik gibt.
So bin ich letztendlich in der Teilchenphysik gelandet. Dort beschäftigen wir uns mit dem Ursprung und der Zusammen-setzung von Materie und wir stellen uns Fragen wie: Was sind die kleinsten Bausteine aus denen z.B. wir Menschen bestehen? Oder: Wie viele solcher kleinsten Bausteine gibt es eigentlich?
Meine Arbeitsgruppe arbeitet für das CERN, das europäische Forschungszentrum für Teilchenphysik in der Nähe von Genf in der Schweiz. Dort gibt es ca. 100 Meter unter der Erde einen großen Tunnel mit 27 Kilometern Umfang, in dem sich der weltweit größte Teilchenbeschleuniger befindet. In diesem Beschleuniger werden zwei Strahlen aus Protonen in entgegengesetzte Richtungen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und dann an vier bestimmten Punkten aufeinander geschossen. An einem dieser Punkte befindet sich der sogenannte ATLAS Detektor. Dieser ist aus mehreren kleineren Detektoren zusammengesetzt und ist insgesamt 45 Meter lang und 22 Meter hoch. Mit diesem riesigen Detektor werden durch das Zusammenstoßen der Protonen physikalische Messungen gemacht, die wiederum Antworten auf die oben gestellten Fragen geben.
Eine Diplomarbeit in der Physik dauert etwa ein Jahr. In dieser Zeit habe ich mich mit dem Sicherheitssystem für den Pixeldetektor beschäftigt, der der innerste Detektor von ATLAS ist. Ich habe dabei sehr viele Dinge gelernt, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich die einmal können würde.
Am meisten haben mir die Reisen zum CERN Spaß gemacht. Dort arbeiten permanent ungefähr 3000 Menschen und zusätzlich 6500 Gastwissenschaftler aus der ganzen Welt. Besonders interessant ist es, mit so vielen unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten zu können. Damit das funktioniert, wird fast immer englisch gesprochen.
Vor kurzem habe ich hier an der Bergischen Universität Wuppertal mit meiner Doktorarbeit in Physik begonnen, die nun etwa drei Jahre dauern wird. In dieser Zeit werde ich mit an einem neuen Detektor für den ATLAS-Detektor arbeiten. Es geht dabei um Tests eines Chips, der den Detektor überwachen wird. Die Überwachung eines Detektors ist wichtig, denn dort wird überprüft, ob Ströme, Spannungen und die Temperatur des Detektors normal sind und ob der Detektor betrieben werden kann.
Neben der Arbeit an der Uni habe ich natürlich auch noch Zeit für meine anderen Interessen. Ich gehe tanzen und gerne mit meinem Hund spazieren. Auch mein Interesse an der Astronomie habe ich nicht verloren. Einmal im Monat treffe ich mich mit anderen Sternenfreunden und an sternklaren Nächten beobachten wir mit Fernrohren den Sternenhimmel.




