Kerstin Bartscherer (Deutschland)

Kerstin Bartscherer
Mein Name ist Kerstin, ich bin Molekularbiologin, und arbeite als Doktorandin am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg.

Meine wissenschaftliche Karriere begann, als ich etwa 10 Jahre alt war. Zu meinem Geburtstag bekam ich ein Mikroskop, mit dem ich alle möglichen Dinge untersuchte: Haare, Insekten, sogar Blut. Seitdem interessiert mich alles, was klein ist - je kleiner, desto besser!

Read my profile in English

Nach dem Abitur am Carl-Benz-Gymnasium in Ladenburg nutzte ich einen 1-jährigen Au-pair Aufenthalt in Chicago, USA, um mir darüber klar zu werden, was ich mit meinem Leben machen wollte. Ich entschied mich, Biotechnologie zu studieren; und weil ich durch den USA-Aufenthalt ganz passabel englisch sprechen konnte, das Ganze in einem internationalen Bachelor Studiengang zu machen. Biotechnologie, die technische Nutzbarmachung von Mikroorganismen, lag damals voll im Trend, und außerdem interessierten mich die Kleinstlebewesen mehr als Bäumchen und Blümchen.

Das Studium war interessant, und ich lernte, wie man zum Beispiel Insulin aus Bakterien gewinnt. Das Beste am Studium war, dass ich ein Praxissemesters im Ausland machen konnte. Mein 5. Semester verbrachte ich deshalb in Honolulu, Hawaii, wo ich erste wissenschaftliche Erfahrungen sammelte. Gemeinsam mit 'richtigen' Wissenschaftlern am dortigen Krebsforschungszentrum arbeitete ich am Mechanismus der Apoptose, dem programmierten Zelltod, und konnte nebenher noch die hawaiianische Sonne am Waikiki Strand genießen. Etwas später, nach einer 6-monatigen Projektarbeit am Krebsforschungszentrum in Heidelberg, während der ich untersuchte, wie eine Körperzelle dazu beiträgt, dass HIV sich im menschlichen Körper ausbreiten kann, war mein Studium nach vier Jahren mit dem Titel "Bachelor of Science (B.Sc.)" abgeschlossen.

Nächste Station war Göttingen. Dort wollte ich Erfahrung in entwicklungsbiologischen Bereichen sammeln. Entwicklungsbiologie ist die Wissenschaft, die sich mit der Entwicklung von multizellulären Organismen beschäftigt - vom Reifen und der Befruchtung der Eizelle bis hin zum ausgewachsenen Organismus. Außerdem wollte ich noch mehr über die Biologie der einzelnen Zelle wissen. Der 1 ½-jährige Aufbau-Studiengang "Molekularbiologie" vereinte alle diese Themen und hatte zudem ein großes Angebot an projektbezogenen Praktika. Nach Abschluss mit dem Titel "Master of Science (M.Sc.) in Molekularbiologie" fühlte ich mich bereit, selbständig an einem größeren Projekt im Rahmen einer Doktorarbeit zu forschen.

Ich kam also zurück ans DKFZ, wo ich seither in einer internationalen Gruppe zusammen mit jungen Leuten aus aller Welt arbeite. Das Schönste an meinem Beruf ist die Freiheit, mit der ich meine Arbeit gestalten und einteilen kann, und die Vielfalt der Tätigkeiten. Dazu gehört neben Vorträge halten, wissenschaftliche Artikel schreiben und Konferenzen besuchen natürlich hauptsächlich Experimente machen. Unsere Gruppe macht Experimente mit der Fruchtfliege. Mit ihrer Hilfe versuchen wir herauszufinden, wie Zellen miteinander kommunizieren und welche Gene dabei eine Rolle spielen. Eine missglückte Zellkommunikation ist fatal und kann zu Krankheiten wie zum Beispiel Krebs führen. Letztes Jahr entdeckten meine Kollegen und ich ein neues Gen, das eine wichtige Rolle in der zellulären Kommunikation und deshalb in der Entwicklung aller multizellulären Organismen eine Rolle spielt. Wir nannten dieses Gen nach meiner kleinen Schwester "Evi"!.

Ich liebe die Natur, gehe gerne Mountainbiken, und lerne in meiner Freizeit Rumänisch.

Schule:
Carl-Benz-Gymnasium Ladenburg