Sylvia Badurek (Österreich)

Sylvia Badurek
Hallo! Ich heiße Sylvia. Ich bin 27 Jahre alt, ursprünglich aus Österreich und zur Zeit im letzten Jahr meines Doktoratsstudiums in Molekularbiologie an der Mausbiologie-Einheit des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) in Monterotondo, Italien.

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Als ich zehn Jahre alt war, wollte ich eigentlich Romanschriftstellerin werden, aber diese frühe Leidenschaft für die hohen Künste wurde bald von meinem Interesse für Natur und Wissenschaft abgelöst. Ich sammelte getrocknete Pflanzenblätter, konnte Stunden damit zubringen Ameisen beim Hügelbau zu beobachten und las die Biologie-Schulbücher meines älteren Bruders einfach zum Spaß. Ok, ich muss zugeben das klingt ein bisschen komisch, aber das waren wohl die Anfänge, und als wir zum ersten Mal in der Oberstufe etwas über Molekularbiologie gelernt haben, wurde mir bewusst, dass ich wirklich verstehen wollte, wie Leben auf der molekularen Ebene funktioniert und entschloss mich, Wissenschaftlerin zu werden.

In Wirklichkeit war es nicht so einfach diese Entscheidung zu treffen, weil ich von meinem Vater (der Physiker ist) wusste, dass das Leben eines Wisschenschaftlers nicht immer leicht ist, aber meine Eltern haben mich dazu ermutigt, meinen Interessen und Leidenschaften nachzugehen. Also habe ich Biologie (Studienzweig Genetik) an der Universität Wien studiert. Mein drittes Jahr habe ich als Austauschstudentin in Schottland an der University of Glasgow verbracht, was eine wunderbare Erfahrung für mich war und mich dazu gebracht hat, auch für meine Doktorarbeit wieder ins Ausland zu gehen.

Sylvia Badurek
Sylvia Badurek

Nun arbeite ich also schon seit etwas mehr als drei Jahren in einem europäischen Forschungsinstitut in einer kleinen Stadt in der Nähe von Rom. Wir sind in Forschungsgruppen mit ca. 10 Leuten pro Gruppe organisiert. Jede Gruppe arbeitet an einem bestimmten Thema und besteht aus Doktoranden und Postdocs (junge Wissenschaftler, die schon den Doktortitel aber noch keine eigene Forschungsgruppe haben), die alle ihre eigenen Projekte innerhalb eines gemeinsamen Themas haben, die aber auch untereinander und mit Leuten aus anderen Forschungsgruppen, eventuell auch von anderen Instituten und Universitäten, zusammen arbeiten. Jede Gruppe hat auch einen Techniker, der den Doktoranden und Postdocs bei Routinearbeiten hilft, und natürlich einen Gruppenleiter als Chef, der als erfahrener Wissenschaftler hauptsächlich theoretische und administrative Arbeit leistet. Er plant die Projekte, gibt den Doktoranden und Postdocs Ratschläge zu den Experimenten und verwaltet das Budget.

Da wir alle aus verschiedenen Ländern kommen, wird hauptsächlich Englisch im Labor gesprochen. Das Hauptinteresse unseres Labors besteht darin, die Rolle eines Rezeptorproteins in der Plasmamembran von Nervenzellen zu studieren. Dieses Rezeptorprotein ist wichtig sowohl für die Entwicklung und das Überleben von Nervenzellen als auch die Bildung von spezifischen Kontakten zwischen ihnen, was wiederum ein wichtiger Prozess für Lernen und Gedächtnis ist. Wir hoffen, dass die Ergebnisse unserer Grundlagenforschung zu einem tieferen Verständnis der molekularen Prozesse, die Lernen und Gedächtnis zugrunde liegen, führen und letztendlich mithelfen werden, eine Therapie für neurologische Krankheiten wie Alzheimer und Schizophrenie zu finden.

Wenn ich nicht im Labor bin, gehe ich gerne ins Kino, treffe mich mit Freunden, lese, spiele Basketball, und ich reise gerne.

Schulen:
Ostarrichigymnasium BG/BRG Amstetten
Bernoulligymnasium BG/BRG Wien 22